lektury on-line

Kategorie

Faust - Johann Wolfgang von Goethe - Strona 41

Sitzt nun unruhvoll,
Weiß weder, was sie will noch soll,
Denkt ans Geschmeide Tag und Nacht,
Noch mehr an den, der's ihr gebracht.

FAUST

Des Liebchens Kummer tut mir leid.
Schaff du ihr gleich ein neu Geschmeid!
Am ersten war ja so nicht viel.

MEPHISTOPHELES
O ja, dem Herrn ist alles Kinderspiel!
FAUST

Und mach, und richt's nach meinem Sinn,
Häng dich an ihre Nachbarin!
Sei, Teufel, doch nur nicht wie Brei,
Und schaff einen neuen Schmuck herbei!

MEPHISTOPHELES
Ja, gnäd'ger Herr, von Herzen gerne.
/ Faust ab. /

So ein verliebter Tor verpufft
Euch Sonne, Mond und alle Sterne
Zum Zeitvertreib dem Liebchen in die Luft.

/ Ab. /
DER NACHBARIN HAUS
MARTHE
/ allein. /

Gott verzeih's meinem lieben Mann,
Er hat an mir nicht wohl getan!
Geht da stracks in die Welt hinein,
Und läßt mich auf dem Stroh allein.
Tät ihn doch wahrlich nicht betrüben,
Tät ihn, weiß Gott, recht herzlich lieben.
Sie weint.
Vielleicht ist er gar tot! — O Pein! — —

Hätt ich nur einen Totenschein!
/ Margarete kommt. /
MARGARETE
Frau Marthe!
MARTHE
Gretelchen, was soll's?
MARGARETE

Fast sinken mir die Kniee nieder!
Da find ich so ein Kästchen wieder
In meinem Schrein, von Ebenholz,
Und Sachen herrlich ganz und gar,
Weit reicher, als das erste war.

MARTHE

Das muß Sie nicht der Mutter sagen;
Tät's wieder gleich zur Beichte tragen.

MARGARETE
Ach seh Sie nur! ach schau Sie nur!
MARTHE
/ putzt sie auf. /
O du glücksel'ge Kreatur!
MARGARETE

Darf mich, leider, nicht auf der Gassen,
Noch in der Kirche mit sehen lassen.

MARTHE

Komm du nur oft zu mir herüber,
Und leg den Schmuck hier heimlich an;
Spazier ein Stündchen lang dem Spiegelglas vorüber,
Wir haben unsre Freude dran;
Und dann gibt's einen Anlaß, gibt's ein Fest,
Wo man's so nach und nach den Leuten sehen läßt.
Ein Kettchen erst, die Perle dann ins Ohr;
Die Mutter sieht's wohl nicht, man macht ihr auch was vor.

MARGARETE

Wer konnte nur die beiden Kästchen bringen?
Es geht nicht zu mit rechten Dingen!

Ach Gott! mag das meine Mutter sein?
MARTHE
/ durchs Vorhängel guckend. /
Es ist ein fremder Herr — Herein!
/ Mephistopheles tritt auf. /
MEPHISTOPHELES

Bin so frei, grad hereinzutreten,
Muß bei den Frauen Verzeihn erbeten.
Tritt ehrerbietig vor Margareten zurück.
Wollte nach Frau Marthe Schwerdtlein fragen!

MARTHE
Ich bin's, was hat der Herr zu sagen?
MEPHISTOPHELES
/ leise zu ihr. /

Ich kenne Sie jetzt, mir ist das genug;
Sie hat da gar vornehmen Besuch.
Verzeiht die Freiheit, die ich genommen,
Will Nachmittage wiederkommen.

MARTHE
/ lacht. /

Denk, Kind, um alles in der Welt!
Der Herr dich für ein Fräulein hält.

MARGARETE

Ich bin ein armes junges Blut;
Ach Gott! der Herr ist gar zu gut:
Schmuck und Geschmeide sind nicht mein.

MEPHISTOPHELES

Ach, es ist nicht der Schmuck allein;
Sie hat ein Wesen, einen Blick so scharf!
Wie freut mich's, daß ich bleiben darf.

MARTHE
Was bringt Er denn? Verlange sehr —
MEPHISTOPHELES

Ich wollt, ich hätt eine frohere Mär!
Ich hoffe, Sie läßt mich's drum nicht büßen:
Ihr Mann ist tot und läßt Sie grüßen.

MARTHE
Źródło tekstu: Wolne Lektury.

Valid XHTML 1.0 Transitional

Realizacja serwisu: Virtualmedia